Welche Bohrlöcher für Anker?
Kurzantwort: Bohrlöcher für Anker müssen den richtigen Durchmesser, die passende Tiefe und eine saubere Ausführung haben. Sie müssen zum Ankertyp, zum Untergrund und zur geplanten Belastung passen. Entscheidend sind der vom Hersteller empfohlene Bohrerdurchmesser, die richtige Bohrlochtiefe und eine gründliche Reinigung des Bohrlochs. Fehler an dieser Stelle können die Tragfähigkeit der Befestigung deutlich reduzieren.
1. Was ist ein Bohrloch und warum ist es so wichtig?
Ein Bohrloch ist der vorbereitete Raum im Untergrund, in dem ein mechanischer Anker oder chemischer Anker gesetzt wird. Seine Geometrie beeinflusst direkt, wie Lasten auf das Grundmaterial übertragen werden.
Ein zu großes, zu flaches oder schlecht gereinigtes Bohrloch verringert die Tragfähigkeit. In ungünstigen Fällen kann die Befestigung vollständig versagen.
- Die Bohrlochgeometrie beeinflusst die Lastübertragung auf den Untergrund.
- Ein zu großes oder zu flaches Bohrloch reduziert die Tragfähigkeit.
- Fehlende Reinigung kann zum Versagen der Verbindung führen.
2. Wovon hängt die Art des Bohrlochs ab?
Die Parameter des Bohrlochs müssen individuell gewählt werden. Wichtig sind dabei:
- Ankertyp: Mechanische Anker und chemische Anker haben unterschiedliche Anforderungen.
- Durchmesser des Befestigungselements: Gewindestange, Schraube oder Hülse bestimmen den Bohrerdurchmesser.
- Art des Untergrunds: Beton, Ziegel, Hohlblockstein und Porenbeton unterscheiden sich in ihrer Struktur.
- Geplante Belastung: Konstruktive Befestigungen erfordern besonders hohe Genauigkeit.
- Herstellerangaben: Sie haben immer Vorrang vor allgemeinen Orientierungswerten.
3. Welchen Bohrlochdurchmesser braucht man für mechanische Anker?
Bei mechanischen Ankern muss der Bohrlochdurchmesser zur nominalen Ankergröße passen. Ein zu großes Bohrloch verhindert eine korrekte Spreizwirkung. Ein zu kleines Bohrloch erschwert oder verhindert das Setzen des Ankers.
- Das Bohrloch muss zur nominalen Größe des mechanischen Ankers passen.
- Ein zu großes Bohrloch verhindert die richtige Spreizung.
- Ein zu kleines Bohrloch kann das korrekte Setzen unmöglich machen.
| Ankerdurchmesser | Empfohlener Bohrlochdurchmesser |
|---|---|
| M6 | 6 mm |
| M8 | 8 mm |
| M10 | 10 mm |
| M12 | 12 mm |
| M16 | 16 mm |
Das Bohren sollte mit einem passenden Bohrer, sauberer Führung und ohne übermäßigen Rundlauf erfolgen.

4. Welche Bohrlöcher braucht man für chemische Anker?
Bei chemischen Ankern muss das Bohrloch größer sein als die Gewindestange. Nur so bleibt ausreichend Platz für die Injektionsmasse, die den Stab umschließt und die Last auf den Untergrund überträgt.
- Das Bohrloch sollte größer sein als der Durchmesser der Gewindestange.
- So entsteht Platz für Harz und vollständige Umhüllung des Stabs.
- Der Durchmesser beeinflusst Harzverbrauch und Tragfähigkeit.
| Stabdurchmesser | Bohrlochdurchmesser |
|---|---|
| M8 | 10 mm |
| M10 | 12 mm |
| M12 | 14 mm |
| M16 | 18 mm |
| M20 | 24 mm |
Ein zu kleines Bohrloch erschwert das Einbringen der Injektionsmasse. Ein zu großes Bohrloch erhöht den Harzverbrauch und kann die Tragfähigkeit reduzieren. Die Herstellerangaben des jeweiligen Systems sind immer maßgeblich.
5. Wie tief sollte ein Bohrloch für Anker sein?
Die Bohrlochtiefe hängt vom Ankerdurchmesser, von der Verankerungstiefe und vom Untergrund ab. Bei mechanischen Ankern entspricht sie meist der vom Hersteller angegebenen Setztiefe. Bei chemischen Ankern wird häufig mit einer Verankerungstiefe von etwa 8 bis 15 Stabdurchmessern gearbeitet.
In porösen Untergründen oder Mauerwerk mit Hohlräumen können größere Tiefen oder zusätzliche Siebhülsen nötig sein.
- Die Tiefe hängt von Ankerdurchmesser und Untergrund ab.
- Bei chemischen Ankern liegt der typische Bereich oft bei 8–15 Stabdurchmessern.
- In porösen Baustoffen sind häufig größere Tiefen oder passende Zubehörteile erforderlich.
6. Wie bereitet man ein Bohrloch für Anker richtig vor?
Die korrekte Vorbereitung des Bohrlochs umfasst mehrere Schritte:
- rechtwinklig zur Oberfläche bohren,
- richtigen Durchmesser und richtige Tiefe einhalten,
- Bohrstaub gründlich entfernen durch Ausblasen und Bürsten,
- bei Hohlblocksteinen und Porenbeton geeignete Siebhülsen verwenden,
- vor dem Setzen des Ankers prüfen, ob das Bohrloch trocken, sauber und frei von losem Material ist.
Ein sauberes Bohrloch ist Voraussetzung dafür, dass die angegebene Tragfähigkeit erreicht werden kann.
7. Welche Fehler passieren beim Bohren von Ankerlöchern häufig?
Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- falschen Bohrerdurchmesser verwenden,
- Bohrloch nach dem Bohren nicht reinigen,
- mit Schlagfunktion in porösen Baustoffen bohren,
- zu geringe Bohrlochtiefe wählen,
- Siebhülsen bei chemischen Ankern in Hohlräumen nicht verwenden,
- Randabstände und Achsabstände nicht beachten.
Jeder dieser Fehler kann Haltbarkeit, Tragfähigkeit und Sicherheit der Befestigung beeinträchtigen.
8. Welche Bohrer verwendet man für Ankerlöcher?
Der Bohrer muss zum Untergrund und zum Ankersystem passen. Für Beton werden meist Betonbohrer oder Hammerbohrer verwendet. Für Mauerwerk, Lochstein und Porenbeton sollte die Bohrmethode vorsichtiger gewählt werden, damit die Struktur des Materials nicht unnötig beschädigt wird.
- Für Beton: Bohrer gemäß Ankerhersteller und gewünschtem Durchmesser verwenden.
- Für Lochstein und Porenbeton: häufig ohne Schlagfunktion arbeiten.
- Verschlissene Bohrer vermeiden, weil sie zu ungenauen Bohrlöchern führen können.
- Bei sicherheitsrelevanten Befestigungen immer technische Dokumentation beachten.
Zusammenfassung und wichtigste Informationen
Das Bohrloch für einen Anker muss präzise und gemäß technischen Empfehlungen hergestellt werden. Durchmesser, Tiefe, Bohrlochqualität und Reinigung haben direkten Einfluss auf die Tragfähigkeit der Befestigung.
Die Tabellen dienen nur als Orientierungswerte. Bei tragenden oder sicherheitsrelevanten Befestigungen sollten immer die Dokumentation des Herstellers, der konkrete Untergrund und die geplante Last berücksichtigt werden.
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